Kinderarzt · Kinderkardiologe | Praxis für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH)

  • Kinderarztpraxis Dr. med. Marc Schlez
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FAQ - Häufige Fragen

Ventrikelseptumdefekt (VSD)

In unserer Vorstellung gibt es immer ein Herz, aber das ist funktionell betrachtet nicht richtig.

Wichtig ist die Unterscheidung in die zwei Herzseiten. Die linke, die arterielle pumpt mit hohem Druck in die Hauptschlagader, denn sie muß den gesamten Körper vom Scheitel bis zur Fußsohle versorgen. Und weil der Körper auch unter starker Anstrengung optimal mit Blut versorgt werden muß, ist die linke Herzkammer sehr leistungsstark, hier herrscht hoher Blutdruck.

Die rechte Herzkammer hingegen pumpt in die Lunge. Die Lunge ist ein sehr feines Gewebe mit zarten Blutgefäßen, die nur wenig Druck vertragen. Deswegen ist die rechte Herzseite ein Niederdruckgebiet. Da beide Herzkammern direkt nebeneinander liegen, kann man verstehen, daß das System nur funktioniert, wenn es eine komplette Trennung zwischen den beiden Herzseiten gibt. Dies ist Aufgabe der Zwischenwand, der sog. Herzscheidewand (Ventrikelseptum).

Wenn hier ein Loch in der Wand ist oder entsteht, kommt es wegen des starken Druckunterschiedes zwischen der rechten und der linken Seite zu einer starken Beeinträchtigung der Blutflüsse.

Blut ist physikalisch wie Wasser, es nimmt immer den Weg des geringsten Wiederstandes. Und ähnlich eines gebrochenen Deiches kommt es im Fall eines VSD zu einem starkem Blutfluß von der linken, der Hochdruckseite, zur rechten, der Niederdruckseite.

Während beim Herzgesunden auf der rechten wie auf der linken Seite gleichviel Blut fließt, nur halt mit unterschiedlichem Druck, ist bei einem Patienten mit VSD der Lungenblutdurchfluß gesteigert. Wieviel mehr Blut durch die Lunge fließt und wie viel höher der Lungendruck dadurch ist, hängt von der Größe des VSD ab.

Diesen kann man mittels Herzultraschalluntersuchung erkennen und beschreiben, dabei sieht man auch indirekte Veränderungen am Lungendurchfluß und der Größe der rechten Herzkammer, die ungefähr den Lungendruck zeigen. Bei Verdacht auf einen größeren VSD muss ich jedoch eine Herzkatheteruntersuchung durchführen, denn nur dadurch lässt sich die tatsächliche Belastung berechnen. Wenn diese zu stark ist, muß der VSD verschlossen werden.

Besteht nämlich zu lange ein zu hoher Druck in den Blutgefäßen der Lunge (nicht zu verwechseln mit dem normalen Blutdruck!) kommt es zu einer dauerhaften Schädigung der gesamten Lunge die nicht mehr zu reparieren wären. Die Aufgabe meiner kinderkardiologischen Betreuung bei Ihrem Kind ist, die Schwere der Belastung durch den VSD zu erkennen und vor allem die Notwendigkeit eines Verschlusses und den richtigen Zeitpunkt exakt zu bestimmen. Ein Verschluss ist prinzipiell durch eine Herzoperation oder durch einen Herzkathetereingriff möglich. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Möglichkeiten ist so von der Lage, der Größe und der räumlichen Nähe zu den Herzklappen abhängig, dass hier immer die individuelle Situation Ihres Kindes entscheidend ist.

Gelegentlich brauchen Kinder, insbesondere Säuglinge mit VSD Herzmedikamente. Immer ist jedoch die Notwendigkeit einer Endokarditisprophylaxe gegeben. So unterschiedlich die VSD in Ihrer Lage, ihrer Größe und den begleitenden Umständen sind, so unterschiedlich sind die Auswirkungen auf die Patienten. Zwischen schwerkranken, bald operationsbedürftigen, und im eigentlichen Leben überhaupt nicht beeinträchtigten Kindern gibt es alle Übergänge. Aber auch bei sehr schweren VSD kann die moderne Kardiologie Ihrem Kind eine erbrobte, langfristig wirksame und heilende Therapie anbieten.

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Tel: (06321) 74 74

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